Angkor Wat

21.    Januar 2009
Pünktlich um 9 30 Uhr stand unser Tuk-Tuk vor der Tür. Wir fahren nach Angkor Der Eintritt kostet 20 USD für einen Tag und 40 USD für drei Tage. Wir entschlossen uns für einen Tag weil wir den dritten Tag weiter wollten. Es werden Tickets mit Lichtbild ausgegeben.
In der Anlage das gleiche Bild wie überall auf der Welt. Horden von Kindern und Frauen die Bücher, Postkarten, Getränke und Souvenirs verkaufen wollen
Als erstes besichtigten wir den weltberühmten Angkor Wat. Dieses gewaltige Bauwerk stammt aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Unter König Suryarvaman II. wurde es streng geometrisch angelegt und stellt eine perfekte Nachbildung des Universums der hinduistischen Mythologie dar. Das Tempelareal beansprucht 1000x800 Meter und ist umschlossen von einem 150 Meter breiten Wassergraben. Die Wasserbecken symbolisieren das Urmeer, Gräben und Galerien die Gebirgsketten des Himalaya, die Türme stellen den Sitz der Götter dar und der größte im Zentrum den heiligen Berg Meru. Nicht zu vergessen die berühmte Galerie der Flachreliefs, deren Relief, bestehend aus mehreren Abschnitten, eine Gesamtlänge von 800 Metern beansprucht und damit das längste Relief der Welt darstellt.
Danach besuchten wir den Bayon, den wohl wichtigsten Tempel in der ehemaligen Hauptstadt Angkor Thom. Er beeindruckte mich mit bemerkenswerten Reliefs und die 200 Gesichter mit ihrem zu Stein erstarrten Lächeln. 54 Türme mit jeweils 4 in jede Himmelsrichtung blickenden Gesichtern ragen über dem Dach empor. In einem Labyrinth von Gängen und Räumen, auf dem Dach zwischen den steinernen Gesichtern oder auf den großartigen Reliefs der äußeren und inneren Mauer, überall entdeckte ich neue Details und Perspektiven.
Zu Fuß gingen wir vorbei am Baphuon, einem Tempel der unter großen Aufwand restauriert wird, zur Elefantenterrasse und der Terrasse des Leprakönigs. Die dortigen Reliefs sind bemerkenswert. In Gängen, die von der Strasse aus nicht sichtbar sind erschlossen sich uns beeindruckende Reliefs.
Als nächstes wollten wir den Tempel Preah Khan am großen Rundweg besichtigen. Nun streikte unser Fahrer. Wir orderten Ihn nur für den kleinen Rundweg und 12 Dollar seien zu wenig. Wir einigten uns auf 15 Dollar. Als wir ankamen, schon relativ erschossen, und dieses riesige Areal von 700 x 800 Meter sahen beschlossen wir nur einen kurzen Blick hineinzuwerfen. Die zahlreichen herumliegende Steinblöcke eingestürzter Monumente, die üppige Vegetation und Baumriesen, die fotogen in den Mauern wurzeln, verleihen der Tempelanlage morbiden Charme.
Jetzt wollte Aranya aber ohne Essen nicht mehr länger laufen und da vor jedem Tempel auch kleine Restaurants waren in der die wartenden Tuk-Tuk Fahrer herumlungerten oder Karten spielten, war die Suche nach Essen kein Problem. Gestärkt und einigermaßen erholt wollten wir weiter, nur unser Fahrer war nicht zu sehen. Er war in einem Pulk von Kartenspielern untergetaucht und hatte uns im Spielrausch fast vergessen.
Zum Abschluss des Tages besichtigten wir Ta Prohm, jenen Tempel, wo die vielen Szenen für den Kinofilm Thomb Raider entstanden. Der Ta Prohm liegt sehr idyllisch im Urwald. Wir fühlten uns versetzt in eine andere Welt. So müssen wohl auch die Endecker von Angkor fasziniert und sprachlos zugleich vor den Mauern und Türmen gestanden haben. Fest umschlungen von Wurzeln riesiger Würgefeigen stehen sie da, wie vergessen, friedlich, ruhig und geheimnisvoll. Bei diesem Tempel entschlossen sich die Archäologen dazu, ihn so zu belassen wie sie die gesamte Tempelstadt bei ihrer Entdeckung vorgefunden hatten. Die Wurzeln der Bäume sprengen die dicksten Mauern und halten sie gleichzeitig zusammen quasi als Zerstörer und Erhalter in einem. Die Natur als gemeinsame Inkarnation von Shiva und Vishnu. Ohne Zweifel beeindruckte uns dieser Tempel neben dem Bayon und dem Angkor Wat mit am meisten.
Den Abend verbrachten wir wieder im Markt viertel von Siem Reap. Gerade als wir mit unserem Essen fertig waren begann es laut zu zischen. Alle Leute versuchten den Grund heraus zu finden, bis jemand „GAS“ rief nun brach eine Panik aus. Alles stürzte aus dem Lokal Os prellte sich den Oberschenkel, nur ich blieb seelenruhig sitzen. Als sich alle wieder beruhigten und Ihre Plätze einnahmen machte Aranya mir Vorwürfe weil ich nicht mit Ihr hinaus ging. Ich denke mit Recht. Was hätte nicht alles passieren können bei einer Explosion?

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